Mercedes-Benz C 111


1969-79

 

Mercedes-Benz C 111 1969-79 Deutschland
markenzeichen   Flagge

C 111/I

Auch Daimler-Benz kaufte Anfang der 60er Jahre Lizenzen fr den Bau von Wankel-Motoren. Der Motor baute sehr kompakt und versprach hohe Leistungen. Hauptbefrworter im Hause war Rudolf Uhlenhaut, Chef der Personenwagenentwicklung. Der Vorstand gab grnes Licht fr die Entwicklung eines Sportwagens, ausdrcklich auch unter dem Gesichtspunkt einer mglichen spteren Serienfertigung. Das Lastenheft sah im Wesentlichen fnf Punkte vor: Wankelmotor, Mittelmotorbauweise, Breitreifen, Kunststoffkarosserie und eine optimierte Aerodynamik. Das Problem dabei war, dass der schwbische Hersteller in allen diesen Punkten praktisch keinerlei Erfahrung vorweisen konnte. Insofern sollte der C 111 auch dazu dienen, Erfahrungen zu sammeln. Die ersten Bedenken ergaben sich aber bereits beim Namen, da das Projekt zunchst die Bezeichnung C 101 tragen sollte. Man besann sich aber aufgrund des bereits vom Porsche 901/911 bekannten Problems mit der 'mittleren Null', die Peugeot sich als Typenbezeichnung gesichert hatte, auf die Projektbezeichnung C 111. Im brigen galt: Da es sich jedoch um einen Sportwagen des obersten Kalibers handeln sollte, war die Entwicklungsmannschaft um PKW-Entwicklungschef Rudolf Uhlenhaut und dessen spteren Nachfolger Dr. Hans Liebold extrem motiviert.

Beim Karosseriebau katapultierte man sich mit dem Projekt C 111 seitens des schwbischen Herstellers mit Vollgas in die Moderne. Erstmals wurde ein IBM-Computer zur Konstruktion eines Gitterrohrrahmens fr den Sportwagen eingesetzt. Die Herstellung der Kunststoffkarosserie gab man ebenfalls auer Haus. Die ehrenvolle Aufgabe fiel schlielich der Waggonfabrik Rastatt zu. Unter der Auenhaut wurde schlielich ein Stahlblechrahmen und zwei integrierten berrollbgeln, einer vorne am Scheibenrahmen, einer hinter den Sitzen, beide verbunden mit einem Mittelsteg, versteckt. Ob Zufall oder nicht, war diese Konstruktion natrlich wie geschaffen fr die Anbringung von Flgeltren, womit der Bogen zum letzten echten Sportwagen aus dem Hause Mercedes-Benz gespannt war.

Beim Fahrwerk mussten ebenfalls neue Wege beschritten werden, da die typische Mercedes-Benz-Pendelachse sich fr Breitreifen als ungeeignet erwies. Man konstruierte schlielich eine aus dem Rennsport bernommene Aufhngung mit zwei unteren und einem oberen Querlenker. Auch die Vorderachse blieb natrlich nicht unangetastet. Diese entsprach spter im Wesentlichen jener, die in der 1972 debtierenden S-Klasse der Baureihe W 116 viel Zuspruch erhielt. Der Motor war zunchst ein Dreikammer-Wankelmotor, dem das Benzin direkt eingespritzt wurde. In der 1970 psentierten zweiten Version des C 111 wurde dann sogar ein Vierkammer-Wankel eingesetzt.

Die Zeit drngte. Auf der IAA in Frankfurt 1969 sollte schlielich die fertige Studie gezeigt werden. Das Team um Uhlenhaut arbeitete zuletzt buchstblich rund um die Uhr, da man sich den 15. Juli 1969, den Geburtstag des Entwicklungschefes, als Termin fr die ersten Fahrversuche ausgeguckt hatte. Der Jubilar zeigte sich dann auf der Strecke auch mehr als angetan, was man aber leider von den im Rahmen der IAA 1969 zu Testfahrten eingeladenen Journalisten nicht sagen konnte. Diese moserten an der zwar erstaunlich soliden, aber eben auch noch studienhaften Karosserie herum, als handele es sich um den nchsten Kleinwagen in Millionenauflage des Herstellers.

C 111/II

Die berraschende Kritik lie die Verantwortlichen nicht ruhen. Zum Genfer Salon 1970 prsentierte man deshalb eine deutlich berarbeitete Version, den C 111/II. Nicht zuletzt diese "Modellpflege" lie - trotz der regelmigen Dementis der Konzernzentrale in Stuttgart - nicht wenige an eine sptere Serienfertigung glauben. Es hagelte Blankoschecks williger Blindbesteller, doch der Vorstand blieb hart. Die heraufziehende lkrise lie dem trinkfreudigen Wankel-Triebwerk wohl keine Chance. Dass absehbare neue Abgasgesetze rund um den Globus mit dem Wankel schwierig einzuhalten sein wrden, war dem Projekt wohl ebenfalls nicht zutrglich. berdies ging durch die Verrentung von Rudolf Uhlenhaut im Jahr 1971 der vielleicht strkste Frsprecher des Wankel-Sportwagens von Bord.

Das Projekt war aber zu weit gediehen, als dass man nicht noch weitere Fahrversuche htte anstellen wollen. Da der Wankel keine Chance mehr hatte, verlegte man sich auf den Diesel. Hier machte man direkt Ngel mit Kpfen. Man lie eine abermals weiter entwickelte Version (C 111/II D) diverse Rekordversuche unternehmen und war auerordentlich erfolgreich! 16 neue Rekordmarken konnten schlielich vermerkt werden!

C 111/III

Der Erfolg spornte weiter an. Unter Leitung von Prof. Hans Scherenberg wurden fr 1978 mit der aerodynamisch optimierten Version C 111/III weitere Rekordfahrten auf der Hochgeschwindigkeitsrundstrecke im italienischen Nardo unternommen. Auch dieses Mal war man erfolgreich. Neun weitere Rekorde wurde aufgestellt.

C 111/IV

Die letzte und ultimative Version stellte schlielich der C111/IV dar, der als reines Hochgeschwindigkeitsfahrzeug ausgelegt war. Allerdings befand sich dieses Mal ein Ottomotor unter der Motorhaube. Dieses Fahrzeug stellte in Nardo einen inoffiziellen Rekord fr die bis dato hchste Durchschnittsgeschwindigkeit auf eine Runde auf. 403,978 km/h lautete schlielich die neue Bestmarke.


Mercedes-Benz C 111/I '1969

  • 19 Bilder Online
  Hier klicken, um zu den technischen Daten dieses Modells zu gelangen...
Mercedes-Benz C 111/II '1970

  • 21 Bilder Online
  Hier klicken, um zu den technischen Daten dieses Modells zu gelangen...
Mercedes-Benz C 111/II D '1976

  • 41 Bilder Online
  Hier klicken, um zu den technischen Daten dieses Modells zu gelangen...
Mercedes-Benz C 111/III '1977

  • 16 Bilder Online
  Hier klicken, um zu den technischen Daten dieses Modells zu gelangen...
Mercedes-Benz C 111/III "Weltrekorddiesel" '1978

  • 5 Bilder Online
  Hier klicken, um zu den technischen Daten dieses Modells zu gelangen...
Mercedes-Benz C 111/IV '1979

  • 1 Bild Online
  Hier klicken, um zu den technischen Daten dieses Modells zu gelangen...
Mercedes-Benz C 111 "Michael Sailstorfer" '2011

  • 11 Bilder Online
  Hier klicken, um zu den technischen Daten dieses Modells zu gelangen...

Internet
verwandte Links
Literatur (faq) Oldtimer Markt 7/1994, S:8 His Motor Klassik 8/2002, S.10 His
Tuning
 

Ergänzungen oder Fehler bei den technischen Daten können hier mitgeteilt werden.

Zur Startseite ...